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Pflaster spinnt roten Faden

Die öffentliche Freiraumplanung verfolgt das Ziel, ästhetisch, ökologisch und sozial konstante Freiraumstrukturen zu schaffen. Immer dann, wenn im urbanen Bereich gebaut wird, sind Planer gefordert, diese Ziele zu berücksichtigen. Als im Jahre 2016 die Albert-Schweitzer-Schule in Denkendorf bei Stuttgart vor einem Neubau des Verwaltungstraktes stand, galt es insbesondere, durch eine geeignete Umgestaltung der Freianlagen, die drei einzelnen Schulbereiche über bewusst gestaltete Flächen zwischen den verschiedenen Gebäuden zu einem gemeinsamen Campus zusammenzuführen.

Die Albert-Schweitzer-Schule in Denkendorf ist eine Verbundschule. Eine Grundschule, eine Werkschule und eine Realschule sind hier organisatorisch miteinander verbunden. Derzeit wird die Schule von 502 Schülerinnen und Schülern besucht. 45 Lehrerinnen und Lehrer unterrichten auf dem ca. 24.500 m² großen Schulgelände. Im Rahmen der regionalen Schulentwicklung entschied sich die Gemeinde dazu, für rund 2,3 Mio. Euro an dem früheren Standort des Pavillons für die Grundschüler einen neuen Verwaltungstrakt zu bauen. Ziel war es, die bisher auf vier Gebäude verteilten Lehrerzimmer, Sekretariate, zwei Konrektorate sowie das Büro des Schulleiters in einem Gebäude zu vereinen. Ebenso sollte der gesamte Campus einer Sanierung unterzogen werden.

Wege verkürzen und Campus barrierefrei erschließen


Neben der Neuanlage der Überdachungen der Wegeachsen stellte die Befestigung der Außenflächen eine zentrale Maßnahme dieses Vorhabens dar. B. eng. FH Daniel Schietinger von Thiede Landschaftsarchitekten aus Kirchheim unter Teck stellt das Projekt vor: „Der Neubau des Verwaltungsgebäudes bedingte grundsätzliche Überlegungen zur Erschließung des Geländes. Unser Ziel war es, nicht nur die Wege für Lehrer und Schüler zu verkürzen, sondern auch den gesamten Campus barrierefrei zu erschließen. Der bisherige Schulzugang über die Grundschule bleibt zwar erhalten, Ortsunkundige aber sollen künftig barrierefrei über eine neue zentrale Achse von Norden her zum Verwaltungsgebäude geführt werden. Um die Barrierefreiheit dieser Achse zu gewährleisten, erstellten wir mehrere Rampen mit bis zu 6 Prozent Gefälle, sowie Zwischenpodeste und entsprechende Handläufe. Die Rampen werden aufgeweitet und so Hauptbestandteil der Wegeführung. Auf diese Weise konnten wir weitestgehend auf Treppenstufen verzichten“, so Daniel Schietinger.

Das Konzept sieht keine durchgängige Überdachung vor. Vielmehr werden mehrere überdachte, beleuchtete Abschnitte gebildet, die zum Verwaltungsgebäude leiten. Als Material dient eine Stahlkonstruktion mit Sicherheitsglaseindeckung. In diese Konstruktion ist auch eine Beleuchtung integriert. Zur visuellen Führung trägt eine farbige Leitlinie - der Rote Faden - bei. Diese Linie findet sich im verwendeten Pflasterbelag, in den Handläufen und auch in den Überdachungen wieder. Die notwendige Beleuchtung erfolgt über LED‘s in den Überdachungen. Auf dem Realschulzugang von Süden her werden vorrangig Mastleuchten eingesetzt.

Pflasterflächen als gemeinsame Plattform zur Kommunikation

Große Bedeutung hatte in diesem Zusammenhang auch der verwendete Pflasterbelag: Wunsch der Planer war es, die Flächen zwischen den Gebäuden homogen und ruhig zu gestalten. Planerin Marion Thiede erklärt: „Durch die Verwendung einer einheitlichen Oberflächenstruktur sollte der Campus-Charakter des Schulzentrums verstärkt werden. Ziel war es, einheitliche Flächen zu schaffen, die Schülern eine gemeinsame Plattform zur Kommunikation bieten. Ebenso sollte mit Hilfe eines geradlinigen Formates der Bezug zu den Hochbauten hergestellt und so für eine ruhige Ausstrahlung gesorgt werden.“

Die Materialwahl für die Flächenbefestigung fiel auf das Quadrat- und Rechteckpflaster des Betonsteinwerks Adolf Blatt aus Kirchheim am Neckar. Hierzu Marion Thiede: „Für einen Großteil der Fläche haben wir uns für graue Steine im Format 30 x 20 cm entschieden. Diese hellen Steine bieten ein sehr ruhiges und modernes Bild und führen die einzelnen Teilflächen und Gebäude zu einem homogenen Ganzen zusammen. Hierzu tragen auch die ziegelroten Bänderungen bei, die wir in die Flächen integriert haben, denn diese spinnen sich wie ein roter Faden über die gesamten Freianlagen.“

Im Oktober 2017 wurden die Bauarbeiten an der Verbundschule abgeschlossen. Dank der neu gestalteten Freiräume wurden beste Voraussetzungen für ein echtes Campusleben geschaffen.

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