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Grünes Klassenzimmer für angehende Techniker

Die Stadt Heilbronn als Schulträger zeigt ein hohes Interesse an einem modernen und leistungsfähigen Schulwesen. Im Rahmen des Stadtentwicklungsplans Heilbronn 2020 wurde festgeschrieben, dass Heilbronn eine lernende Stadt sein soll. Dies impliziert die Weiterentwicklung ihrer Lernkultur. Demnach sollen Schulen in ihr gesellschaftliches Umfeld eingebunden werden. Die Vorbereitung auf die Berufs und Arbeitswelt, Bildung, Weiterbildung, Hochschulen und Forschung sind entscheidende Entwicklungsfaktoren für den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel. Als Träger von allgemeinen und beruflichen Schulen, von Weiterbildungseinrichtungen, Bibliotheken und Einrichtungen der musischen und kulturellen Bildung ist es gewünscht, dass die Stadt ein verlässlicher Partner des Landes im Bildungswesen ist. Hierzu gehört es vor allem auch, den baulichen Zustand der Schulgebäude im Auge zu haben und bei Bedarf entsprechende Sanierungsmaßnahmen zu veranlassen. Jüngstes Projekt in Heilbronn ist das technische Schulzentrum in der Paulinenstraße.

Schulhofsanierung als Präventionsmaßnahme gegen Vandalismus

Vom Friseur bis zum Stuckateur: Bestehend aus den beiden Gewerblichen Schulen „Johann-Jakob-Widmann-Schule“ und „Wilhelm-Maybach-Schule“ zählt das Technische Schulzentrum in Heilbronn zu den Einrichtungen mit einem der breitesten Lehrangebote in Baden-Württemberg. Das Bildungsangebot umfasst Bautechnik, Druck- und Medientechnik, Holztechnik, Farbtechnik, Körperpflege, eine Meisterschule für Stuckateure, ein Berufsvorbereitungsjahr und viele weitere Lehrangebote für technische Berufe.

Die Schüler sind in mehreren Gebäuden aus den 70er Jahren untergebracht, auf einem Gelände, welches ca. 3.000 Quadratmeter umfasst. Weil sich die gesamte Anlage in einem recht maroden Zustand befand, entschloss man sich im Jahre 2007 von Seiten der Stadt, einen Teil der Gebäude und die gesamten Außenanlagen zu sanieren. Hierzu gehörte auch der rund 1.800 Quadratmeter große Schulhof, das Bindeglied der beiden Schulkomplexe.

Eberhard Schweizer vom Landschaftsarchitekturbüro Wiedemann & Schweizer aus Stuttgart, der die Außenanlagen plante, erläutert die Besonderheiten: „Das Schulzentrum befindet sich in einem sozialen Brennpunkt in Heilbronn. Viele Schüler besuchen die Schule nicht freiwillig, sondern werden dazu vom Arbeitsamt oder von ihren Eltern gedrängt. Dies fördert die Aggressionen und die Bereitschaft von Vandalismus.“ Insbesondere der Schulhof war hiervon sehr stark betroffen. Das gesamte Bild der Außenanlagen war vor den Sanierungsmaßnahmen sehr unansehnlich: Herumliegender Müll, beschädigte Außenmöbel und Beleuchtungskörper sowie ein völlig zerstörter Bodenbelag des Schulhofes gaben kein schönes Bild ab: Eberhard Schweizer: „Unsere Aufgabe bestand darin, mit Hilfe einer geeigneten Landschaftsplanung einen Außenbereich zu schaffen, der eine Atmosphäre erzeugt, die Harmonie und Ruhe ausstrahlt, damit es erst gar nicht zu Vandalismus kommt.“


Pflasterbelag verleiht Schulhof einen starken Charakter

Um dieses Ziel zu erreichen, setzte das Architekturbüro verschiedene Mittel ein: Hierzu Eberhard Schweizer: „Die Baustoffe und Formen, die wir uns für den Schulhof am besten vorstellen konnten, sollten massiv und stabil sein und große Formate aufweisen. Deshalb haben wir uns für eine Flächenbefestigung mit großformatigem Pflaster entschieden. Das Cityblock-Pflaster im Format 80 x 30 cm aus dem Hause Blatt erfüllte genau diese Bedingungen.“ Der gesamte Schulhof erhält dadurch einen eigenen ausdrucksstarken Charakter. Ein zweiter wichtiger Punkt bei der Gestaltung war für die Planer die Begrünung. Dort wo es möglich war, hat man versucht Bäume zu erhalten, um den Hof noch lebenswerter zu gestalten, wurden aber auch noch zusätzliche Grünfelder mit Gras und Büschen ergänzt.

„Den Clou bildet aber das grüne Klassenzimmer“, formuliert Eberhard Schweizer. „So haben wir im Randgebiet auf dem Schulhof einen Bereich geschaffen, der einen Unterricht im Freien ermöglicht.“ 10 Holzbänke stehen auf einer rund 80 Quadratmeter großen Fläche kreuz und quer auf dem Platz. Eine erkennbare Ordnung gibt es nicht: „Das haben wir ganz bewusst so gemacht“, führt Eberhard Schweizer aus, „denn dies fördert eine angeregte Kommunikation zwischen den Schülern.“ Damit das Klassenzimmer auch wirklich grün ist, verwendete man für dessen Befestigung das QR-Pflaster aus dem Hause Blatt. Dank der Herbaflor-Abstandhalter ergibt sich eine 3 cm breite Rasenfuge. Diese sieht nicht nur gut aus, sondern lässt auch noch einen Großteil des Regenwassers durch.
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